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Rhythmusstörungen

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Das Herz schlägt im Normalfall regelmässig, weil ein schwaches elektrisches Signal gleichzeitig den Herzmuskelzellen das Zeichen für den nächsten Schlag gibt. Die Arbeit der Herzmuskelzellen selber führt auch zum elektrischem Strom, der mit einem EKG abgeleitet werden kann.

Rhythmusstörungen können durch einen zu langsamen Herzschlag bei fehlendem oder blockiertem Signal oder durch einen zu schnellen Herzschlag wegen fehlgeleiteten Strömen und kreisenden Erregungen verursacht werden.

Sowohl zu schnelle wie auch zu langsame Rhythmusstörungen können Symptome wie Herzklopfen, Schwindel oder Ohnmachtsanfall verursachen. In beiden Fällen können einbaubare Geräte helfen, den Rhythmus zu stabilisieren und die zum Teil lebensbedrohlichen Risiken der Rhythmusstörungen zu therapieren.


Schrittmacher

Was ist ein Herzschrittmacher?

Der erste vollständig in den menschlichen Körper eingebettete Herzschrittmacher wurde 1958 von Ake Senning in Stockholm eingepflanzt.
Ein Herzschrittmacher oder Pacemaker (PM) ist ein medizinisch elektrisches Gerät, das den Herzmuskel bei zu langsamem Herzschlag (Bradykardie) regelmässig stimuliert ähnlich dem Dirigenten eines Orchesters.
Er besteht aus einer Batterie (Lithium-Ionen Batterie), die das Gerät bis zu 10 Jahre mit Strom versorgt, der Steuerelektronik und 1-3 Elektroden, die zum Herzen führen und dort die eigene Aktivität des Herzens messen und, wenn nötig, mit Impulsen das Herz stimulieren können.
Herzschrittmacher messen über die angeschlossenen Elektroden die Aktivität des Herzens. Solange das Herz genügend schnell schlägt, wird der Schrittmacher nichts unternehmen. Erfolgt nun innerhalb der programmierten Zeit keine eigene Aktivität des Herzens, so gibt der Schrittmacher einen elektrischen Impuls ab und stellt sicher, dass der Herzschlag nicht unter eine bestimmte Frequenz fällt.

Wer braucht einen Schrittmacher?

Patienten, deren Herz zu langsam schlägt, leiden oft an Schwindel, Leistungseinbussen oder sogar Ohnmachtsanfällen, manchmal verbunden mit Stürzen und Verletzungen. Das Herz wird zu langsam, wenn der natürliche Schrittmacher nicht mehr schnell genug, nur noch unregelmässig oder nur mit längeren Pausen funktioniert, oder wenn das Signal des natürlichen Schrittmachers nicht mehr ins ganze Herz weitergeleitet wird. Ein Herzschrittmacher kann diese Funktion wieder herstellen und dadurch die Symptome meistens beheben.


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Interne Defibrillatoren

Was ist ein ICD?

Ein implantierbarer Cardioverter/Defibrillator (ICD) ist ein Gerät, das zu schnelle Rhythmusstörungen erkennt und beenden kann. Wenn nötig muss es dazu einen oder mehrere Elektroschocks abgeben. Auch der ICD ist über 1-3 Elektroden mit dem Herzen verbunden. Der erste ICD wurde 1980 einem Patienten eingepflanzt. Seither hat sich die Technik stark weiterentwickelt: die Batterie hält länger, die Geräte sind viel kleiner und sie können heute oft die Rhythmusstörungen ohne Elektroschock durch eine Überstimulation beenden. Auch der ICD besteht aus einer Batterie und Elektronik. Zusätzlich im Gehäuse ist ein Kondensator, der die benötigte Spannung von bis zu 700V produziert. Die Elektroden zum Herzen beinhalten auch elektrische Spulen, über die die Energie des Elektroschocks abfliessen kann.

Wer braucht einen ICD?

Nach einem ausgedehnten Myokardinfarkt oder einer anderen Erkrankung des Herzmuskels kommt es zu Vernarbungen und einer Überbeanspruchung der verbleibenden Herzmuskelzellen. Dadurch können gefährliche, schnelle Rhythmusstörungen auftreten wegen kreisender, nicht mehr stoppender Erregungen um eine Narbe. Die Folge kann ein Kreislaufstillstand, eine Ohmacht oder ein plötzlicher Herztod sein. Ein ICD erkennt diese Rhythmusstörungen und kann sofort die notwendige Therapie abgeben, um die Patientin, den Patienten zu schützen.

Funktionsweise eines ICD:

Zusätzlich zur Schrittmacherfunktion kann ein ICD erkennen, wenn das Herz zu schnell schlägt, und ob es sich dabei um eine gefährliche Rhythmusstörung handelt. In diesem Fall hat ein ICD verschiedene programmierte Therapien zu Verfügung, darunter - als sicherste aber unangenehme Therapie - den Elektroschock. Diese Therapien können den Patienten, die Patientin davor beschützen, ohnmächtig zu werden oder zu sterben.


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Leben mit Schrittmacher oder ICD

Beide Geräte sind in den letzten Jahren so klein geworden, dass sie den Träger im Alltag kaum mehr stören. Von aussen sieht man nur eine kleine Narbe unter dem Schlüsselbein. Die Funktion muss alle 6 oder 12 Monate einmal in der Sprechstunde kontrolliert werden.
Äussere Einflüsse können die Funktion kaum stören. Elektromagnetische Felder im Haushalt oder Geschäften sollten die Funktion von Herzschrittmacher und ICD nicht stören. Es wird aber allgemein empfohlen, elektrische Apparate nicht näher als 10-15 cm vom Gerät entfernt zu benützen und durch elektrische Diebstahlsicherungsanlagen in Kaufhäusern zügig durchzugehen. Metalldetektoren auf Flughäfen können ebenfalls umgangen werden. Mit den meisten Herzschrittmachern und ICDs ist eine Untersuchung im Magnetresonanztomographen (MRI) bisher nicht möglich.
Die meisten Patienten werden im Alltag ihr Gerät vergessen und sind nicht eingeschränkt. Sie haben aber keine Symptome mehr oder sind vor gefährlichen Tachykardien geschützt.


Elektrophysiologie und Radiofrequenz-Ablation

Die Abklärung und Behandlung von Rhythmusstörungen ist die Aufgabe der Elektrophysiologie. Dazu gehören

  • die Abklärung von Ohnmachtsanfällen,
  • die interventionellle Rhythmusdiagnostik und
  • die Therapie mittels Radiofrequenzablation
    (Verödung von krankhaftem Reizleitungsgewebe).

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Kontakt

Klinik für Kardiologie

Stadtspital Triemli
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