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Interdisziplinäre Eierstocktumor-Behandlung
Der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist der sechsthäufigste bösartige Tumor der Frau. In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Kliniken des Stadtspitals Triemli behandeln wir Eierstockkrebs nach dem neuesten Stand der Evidenz (nach klinisch überprüften Erkenntnissen), patientenorientiert und unter Berücksichtigung der psychosozialen Gegebenheiten.
Im Stadtspital Triemli weden die Gegebenheiten und Therapien aller Krebserkrankungen an einem Tumorboard (Gremium von Fachleuten verschiedener Richtungen) vorgestellt und besprochen. An den Tumorfallbesprechungen nehmen die Chefärzte und Chefärztinnen der verantwortlichen Kliniken teil. Beim Eierstockkrebs sind dies die FrauenärztInnen, die Medizinischen OnkologInnen, die RadioonkologInnen, die PathologInnen und gegebenenfalls die RadiologInnen und die ChirurgInnen.
Die Entscheidungen werden den internationalen Richtlinien folgend gefällt, wobei auf den Respekt vor der individuellen Situation jeder einzelnen Patientin grossen Wert gelegt wird.
Wichtige Voraussetzung ist eine gute und sehr enge Zusammenarbeit der behandelnden Ärztinnen und Ärzte.
Wie häufig sind bösartige Tumoren der Eierstöcke?
Von 100 000 Frauen erkranken 15 pro Jahr an einem bösartigen Tumor der Eierstöcke. Eine Frau hat ein Risiko von 1.5% in ihrem Leben daran zu erkranken. In den letzten dreissig Jahren hat das Auftreten dieser Tumore abgenommen, wahrscheinlich weil die Antibabypille einen schützenden Effekt hat.
Welche Symptome können Eierstock-Tumore machen?
Leider machen Eierstock-Tumore erst in einem relativ fortgeschrittenen Stadium Symptome. Ein frühes Zeichen können Unterbauchschmerzen sein, welche unabhängig von der Periodenblutung auftreten und an Stärke zunehmen. Mögliche Frühsymptome sind auch ein geblähter Bauch, häufiges Wasserlösen und Mühe beim Essen wegen Völlegefühl.
In bereits fortgeschrittenem Stadium kommt es zur Umfangzunahme des Bauches, zu unregelmässigem Stuhlgang und Unwohlsein bis zu Erbrechen. Falls es zu einer starken Zunahme des Bauchumfanges kommt, ist auch die Atemnot ein typisches Symptom.
Früherkennung: Kann ein Eierstock-Krebs früh erkannt werden?
Glücklicherweise kann eine Veränderung der Eierstöcke mit einer ultrasonographischen Kontrolle diagnostiziert werden. Da bösartige Eierstock-Tumore aber schnell wachsen, werden sie trotz jährlichen Untersuchungen meistens verpasst. Auch die Tumormarkersuche im Blut ist kein verlässliches Mittel. Somit muss diese Frage leider mit Nein beantwortet werden.
Falls ich die oben beschriebenen Symptome habe, wie kann nun der Eierstock-Tumor festgestellt werden?
Besteht ein Verdacht auf ein Leiden im Unterbauch, erfolgt eine frauenärztliche Untersuchung. Dabei werden das Becken, die Gebärmutter und die Eierstöcke abgetastet. Dann erfolgt eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide.
Besteht dabei der Verdacht auf einen bösartigen Eierstock-Tumor, kann eine computertomographische (CT) Untersuchung weitere Informationen über die Ausdehnung des Leidens geben.
Gelegentlich besteht auch der Verdacht, dass ein Eierstock-Tumor mit einem Magen-Tumor zusammenhängt. In solchen Fällen ist eine Magenspiegelung angezeigt.
Wie geht es weiter, wenn der Verdacht auf einen bösartigen Eierstock-Tumor besteht?
Falls ein ausgesprochener Verdacht auf einen Eierstock-Tumor vorliegt, erfolgt eine Operation in Narkose um die Diagnose zu stellen und beim Vorliegen eines Eierstock-Tumors möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen. Dabei werden tumorbefallene Organe wie die Eierstöcke, die Gebärmutter, das Netz und, falls noch vorhanden, der Blinddarm entfernt. Zudem werden Lymphknoten im kleinen Becken und um die grossen Bauchgefässe entfernt und untersucht.
Gibt es andere Behandlungsmöglichkeiten?
Nach heutigen Vorstellungen ist es sinnvoll, beim Vorliegen eines bösartigen Tumors möglichst viele Tumorzellen durch die Operation zu entfernen. Nach der Operation ist zum vollständigen Entfernen dieser Tumorzellen eine Chemotherapie notwendig.
Kann bei einer Operation nur wenig Tumor entfernt werden, ist auch dann eine Chemotherapie möglich mit gegebenenfalls einer weiteren Operation nach der Chemotherapie.
Wie werden Entscheidungen über die Notwendigkeit einer Chemotherapie gefällt?
Im Stadtspital Triemli werden diese Art Entscheidungen stets im Rahmen des Tumorboards besprochen und abgewogen. An den interdisziplinären Tumorfallbesprechungen nehmen die Chefärzte und Chefärztinnen der verantwortlichen Kliniken teil. Beim Eierstock-Krebs sind das die FrauenärztInnen, die Medizinischen OnkologInnen, die Radio-OnkologInnen, die PathologInnen und gegebenenfalls die RadiologInnen und die ChirurgInnen.
Die Entscheidungen werden den internationalen Richtlinien folgend gefällt, wobei der Respekt vor der individuellen Situation jeder einzelnen Patientin von grosser Wichtigkeit ist.
Wie geht es nach abgeschlossener Therapie weiter?
Nach der abgeschlossenen Therapie wird in der Regel während der ersten zwei bis drei Jahre alle drei Monate eine Kontrolle durchgeführt. Bei dieser wird mit dem Ultraschall geprüft, ob das Risiko für einen Tumorrückfall besteht. Falls nötig werden auch andere Untersuchungsmethoden veranlasst. Nach den ersten 2-3 Jahren erfolgen die Untersuchungen halbjährlich und nach fünf Jahren jährlich.
Was geschieht, wenn der Tumor ein zweites Mal ausbricht?
Kommt es zu einem Rückfall des Tumors, besteht die Möglichkeit einer erneuten Operation und einer weiteren Chemotherapie. Heutzutage gibt es viele verschiedene Substanzen, auf welche die Ovarialtumore empfindlich sind. Auch hier wird die Auswahl der Substanz im Rahmen des Tumorboards mit den verantwortlichen Chefärzten diskutiert.

