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Juni 2011

Persönlich-Kolumne: Mut zu mehr Mut

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Daniel Leupi, Vorsteher des Polizeidepartements

Daniel Leupi, Vorsteher des Polizeidepartements

Am vergangenen Mittwoch war es soweit: Nach Monaten intensiver Vorarbeiten präsentierten Claudia Nielsen, Martin Waser und ich unseren Vorschlag, wie wir das Rotlicht-Gewerbe lenken und vor allem auch die teilweise katastrophale Situation am Sihlquai in den Griff bekommen wollen.

Beinahe alle Departemente der Stadtverwaltung hatten ihr Fachwissen und ihren Einsatz eingebracht, damit «es gut kommt». Eingebunden waren auch der Kanton und Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Mitarbeitende aus den unterschiedlichsten Fachbereichen hatten um ein gutes, in der Praxis erfolgversprechendes Konzept gerungen: Projektleiterinnen, Polizeiangehörige, Bauplaner, Juristinnen, Ökonomen, Spezialistinnen der Gesundheitsdienste und des Sozialdepartements und noch viele mehr.

Die Berichterstattung in den Medien am kommenden Tag hat mich gefreut. Sie war kritisch, ausgewogen, liess die unterschiedlichsten Personen, Parteien und Gruppierungen zu Wort kommen. Am meisten gefreut hat sie mich vor allem dort, wo der Stadt Zürich eine «mutige Politik» attestiert wurde, die «auf soziale Missstände innovative Antworten zu finden» versuche.

Natürlich sind jetzt nicht alle zufrieden. Bei einem derart komplexen Thema kann es die Stadt nicht allen recht machen. Die Diskussion im Gemeinderat, in den Medien und in der Bevölkerung wird weiter geführt werden müssen. Und ich hoffe, dass alle Betroffenen zur vorgesehenen Lösung mindestens dem Grundsatz nach ja sagen können.

Opposition ohne konstruktive Vorschläge hilft nicht weiter. Deshalb sollen diejenigen, die gegen den geplanten Strichplan sind, realistische Gegenvorschläge einbringen. Wer gegen die Strichzone rekurriert, muss sich bewusst sein, dass die Anwohnerinnen und Anwohner am Sihlquai weiter leiden werden. Und wer momentan nur eine Interessengruppe im Auge hat, sollte auch die Anliegen anderer ernst nehmen.

Zum Schluss möchte ich allen beteiligten Mitarbeitenden und Stellen für ihr grosses Engagement bei diesem für die Stadt Zürich so wichtigen Thema danken. Ich hoffe, dass das weitere Vorgehen vor allem durch eines geprägt sein werden: Von Mut zu mehr Mut!

Daniel Leupi
Vorsteher des Polizeidepartements


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